Samstag, 4. Dezember 2010

Viaje del Sur- Esquel (20.-21.11.2010)

Bei meiner Ankunft in Argentinien erschienen mir schon die 6 Stunden Busfahrt nach Comodoro unendlich. Doch nach drei Wochen Busfahrt durch ganz Patagonien gewöhnt man sich so an einiges.
Wir kamen nach ganzen vierzig Stunden Busfahrt am Abend in Esquel an. Vierzig Stunden. Unglaublich. Aber sie gehen eben vorbei. =) Und mit Schlafen lassen sie sich auch ganz gut überbrücken. Und mit Keksen...wie man auf so einer Reise zunehmen kann.. xD
Abendessen gab es dann in einem walisischen Pub, das Essen war wirklich sehr sehr gut und reichhaltig. Dann ging es wieder in Cabañas, diesmal alles zusammen. Und diesmal waren wir auch 8 Mädchen, was das Duschen sehr ausgedehnt hat. Aber wir haben uns die Zeit gut mit Uno vertrieben.xD
Am nächsten Morgen ging es auf in den "Parque nacional de los Alerces". Alerces sind Bäume, die pro Jahr nur einen Centimeter wachsen, allerdings mehr als 2000 Jahre alt werden können. Diese Bäume haben wir allerdings nicht gesehen, weil wir uns nur in einem kleinen Gebiet am Rande des parke sbewegt haben und dei Bäume größtenteils im geschützten und nahezu unzugänglichen Teil des parkes wachsen. Begleitet wurden wir von einer sehr sprechfreudigen Guide, die auch ein faible dafür hatte alles dreimal zu wiederholen. Und das wenn man müde ist und der Bus so schön schaukelt und die landschaft an einem vorbeizieht....Da konnte selbst der Kaffee am Morgen nicht verhindern das der halbe Bus einnickte.
Das was wie Rost aussieht sind die Malereien xD


SO eine wundervolle Blüte im November!!!

Mara y yo
Aus dem Bus ausgestiegen haben wir einen kleinen Spaziergang durch den Park begonnen, wobei wir auch an einen großen See, der von Bergen eingesäumt wasr gelangten. Ein wirklich schöner Ort, der so eine Ruhe austrahlte, dass ich mich am liebsten hingesetzt und die Stille genossen hätte. Aber Stille und Ruhe passen nun mal nicht in das Selbstkonzept unserer Guide, also ging es weiter zu einigen Felsmalereien der Mapuche (der Ureinwohner Patagoniens). Ich fand es natürlich toll so alte Malereien zu sehen, allerdings bestehen die auch nicht aus mehr als fast verblasster roter Farbe und Kringeln. Auch die Guide konnte uns nicht stärker dafür entfachen. Zwar hat sie durchaus interessante Dinge erzählt, aber dadurch dass sie es immer wieder wiederholte sank zunehmend die Motivation und uns belastete die Erkenntnis dass wir diese Frau sogar noch bezahlt hatten. Der plappernden Guide folgend, gingen wir immer weiter nach oben, bis wir auf einem Hügel standen, der den mapuche als Aussichtspunkt gedient hatte. Und auch hier umfing uns wieder die Ruhe der Bergwelt. Mit dem wunderschönen Blick auf den See versuchte ich mir vorzustellen wie vor so vielen Jahren die mapuche hier hochgeklettert waren um Ausschau zu halten. Das einzige was störte war die Landstraße, die sich durch den Wald zog, allerdings ließ sich auch diese ausblenden und auf einmal war ich den vergangenen Zeiten so nah wie noch nie.
Dann ging es wieder nach unten aber vorher präsentierteuns noch die Guide eine Frucht namens Llao-Llao, was übersetzt so viel wie süß-süß heißt und von den maouche als Zeichen der Liebe gebraucht wurde. Mit etwas Zucker schmeckt die Frucht sicherlich auch süß, ich hab von dem gelatine.artigen Fruchtfleisch probiert und für mich schmeckte es nach nichts mit einer leichten Note von Pilz.
Dann verließen wir schon wieder den Nationalpark, die Guide erzählte dreimal begeistert, dass die Straße ganz neu wäre und endlich erlöste uns die erneute Ankunft in Esquel von ihr. Nach dem Mittagessen ging es dann weiter nach Bariloche. Die Berge grüßten, der Bus rollte und Esquel entfernte sich immer weiter von uns...

Viaje del Sur- Ushuaia (16.-19.11.2010)

Nach einer Nacht im Bus wurden wir morgens von unserer "Mama" MaJo mit Media Lunas und Kakao versorgt. Und schon bald darauf stoppte der Bus an der argentinischen Ausreise-Grenze. Jetzt mussten alle den Bus verlassen und zum Schalter, um sich einen Ausreise-Stempel geben zu lassen. Dann wieder in den Bus rein. Nach anderthalb bis zwei Stunden waren alle fertig, wir waren motiviert dass es weiterging, der Motor startete, der Bus setzte sich in Bewegung und...kam nach hundert Metern an der chilenischen Grenze wieder zum Stehen. Und wieder das gleiche Spiel, diesmal aber auch mit den persönlichen Sachen, die durch den Scanner laufen mussten. Gottseidank ging diesmal alles ein bisschen schneller, ein zweiter Stempel in den Pass und endlich konnten wir wieder los. Etwa eine halbe Stunde später konnten wir Wasser sehen. Die Magellan-Straße lag vor uns. Ein merkwürdiges Gefühl, wenn man sich vorstellt dass vor hunderten von Jahren ein Holzschiff durch diese Meeresstraße gefahren sein soll, die bis dahin noch völlig unbekannt war.
und jetzt stiegen wir auf einen Trumm von Fähre, die Platz für mehr als vier Reisebusse bot. trotz des Windes bin ich draußen an der reling geblieben um unseren Weg auf die andere Seite zu beobachten. Und auf einmal tauchten neben dem Schiff Toninas auf, kleine Delphine, die uns freudig springend begleiteteten. Wundervoll. Nach ungefähr zwanzig Minuten Fahrt erreichten wir die andere Seite. Es folgten vier Stunden Fahrt durch die chilenische Pampa, vom fenster aus konnten wir grasende Schafe sehen, zwischen denen auch einige Lämmchen umhersprangen. Und das im November. =)

Dann wieder das gleiche in grün, aus chile raus, nach Argentinien rein, mehr als eine Stunde Wartezeit, zwei Stempel, ein Grenzbeamter der absolut unfähig war das Lächeln einer netten Deutschen zu erwiedern und es ging weiter nach Ushuaia. Dort kamen wir dann um halb zehn abends an. Wir sind direkt ins Restaurant gefahren das ebenfalls im Stil des restaurants von Calafate gehalten war. Großes Buffet, das von Milanesa bis Glasnudeln alles hatte, asiatische Bedienung und klimpernde Musik. Auch diesmal warendie beiden Busse in voneinander getrennten Hotels untergebracht. Müde und erschöpft sind wir dann alle in die Federn gesunken wo uns der Schlaf Willkommen hieß.
Am nächsten Morgen hatten wir einen freien Vormittag, der zum Sturm von Souvenirshops diente. Die gab es nämlich zu Hauf und wenn man das dritte Mal an einem Ushuaia-Pin vorbeigelaufen ist, kauft man ihn.
Nachmittags folgte dann eine kleine Stadtrundfahrt, die Highlights der Stadt halten sich in Grenzen. Trotzdem hat mir Ushuaia seh sehr gut gefallen, die kleine Stadt angeschmiegt an die Berge und dirket am Wasser gelegen. Auf einer Anhöhe folgten vor dem Panorama der Berge wieder Flaggenfotos, danach hatten wir....richtig, Freizeit! xD
Die haben wir allerdings erstmal genutzt um in Ruhe im Aufenthaltsraum des Hotels Postkarten zu schreiben und das Länderspiel England-Frankreich zu gucken. Abendessen gab es diesmal nicht im Integrationsrestaurant wir waren in einem Restaurant, das im oberen Stockwerk Clubambiente hatte und vollkommen argentinisches Essen servierte. =)




Der nächste Tag begann für einige, einschließlich meiner Wenigkeit, früh weil wir eine Extra-Bootstour mit einem Katamaran über den Beagle-Kanal gebucht hatten. Das Boot war sehr komfortabel, mit freiem Kaffee-und Teeausschank. Der Kanal beherbergt einige kleine Inseln, an einer haben wir gehalten um uns eine alte Wohnstelle der Ureinwohner anzusehen. So habe ich das jedenfalls verstanden. Ich kann mich auch täuschen. xD Eine andere Insel war Wohnstätte wür eine Seelöwenkolonie. Kolonie bedeutet es gibt ein Männchen (das eine wahnsinnig tolle Haarmähne hatte xD) und bis zu 120 Weibchen, die dann alle befröhlicht werden. Dann haben wir natürlich noch das Symbol Ushuaias, den Leuchtturm passiert. Leuchttürme sehen irgendwie überall gleich aus, und trotzdem sind sie immer wieder toll. xD

Nach dem Mittagessen ging es weiter Richtung Nationalpark "Tierra del Fuego". Es war schwer die müden Äuglein beim sanften Schaukeln des Busses offen zu halten und der Guide zu lauschen, aber es war auch in Ordnung wenn man sich einfach nur die Landschaft ansah und genoss. Seen umgeben von wunderschönen Bergen, der Bahnhof des Zuges, der bis zum Ende der Welt fährt und ein Schild dass sagte das es nur noch 1000 Kilometer bis zur Antarktis wären. 1000 zum Südpol und 14000 nach Deutschland. Merkwürdiges Gefühl. Zurück in Ushuaia gab es nach einer kleinen Ausruhphase Abendessen, danach durften wir noch zum Tanzen bleiben. Um halb eins waren wir wieder im Hotel, um unsere Sachen zu packen, am nächsten Morgen sollte es um 5 Uhr morgens losgehen. Doch bis dann die Taschen erst mal fertig gepackt und alle Souvenirs verstaut waren und ich mich hinlegen konnte war es schon halb drei. Entsprechend schnell bin ich dann auch um 5 im Bus in den Schlaf gefallen, allerdings nicht bevor ich noch einen letzten Blick auf die erleuchtete südlichste Stadt der Welt geworfen und noch einmal diesen Gedanken am Ende der Welt zu sein in mich aufgesogen hatte. Nach seligem Schlaf und Frühstück von unserer "Mama" waren wir wieder am Ausgang von Argentinien, Einreise nach Chile, schon wartete wieder die Fähre auf uns um uns diesmal ohne Toninas sicher überzusetzen und auf einmal waren wir wieder aus Chile raus und in Argentinien drin. Ich habe jetzt stolze acht Stempel mehr in meinem Pass. xD
Den weiteren Tag haben alle mehr oder weniger dösend im Bus verbracht, abends wurde wieder an einem Selbstbedienungs-Imbiss angehalten und schon ging es weiter in die Nacht hinein, nur diesmal gen Norden....

Viaje del Sur- El Calafate (13.-15.11.2010)

Nach einer Nacht im Bus, die ich sogar erstaunlich angenehm verbracht habe (ich hab keine Ahnung ob das meine Sitznachbarin Biggi genauso gesehen hat, ich glaub ich bin manchmal mit dem Kopf auf sie gefallen, aber wer kann den bitte schon so lange in einer Position ausharren, ich meine mein Steiß tat weh! xD) kamen wir dann mittags in El Calafate an. Eine sehr hübsche kleine Stadt, die genau eine Einkausstraße besitzt, gespickt mit unzähligen Souvenirläden, zwei Tankstellen, einer Bank, einer Post und sogar einem Internetcafe. Zuerst sind wir zum Mittagessen in ein Restaurant gefahren, dass von außen argentinisch aussah, auch der obligatorische Asado-Ofen fehlte nicht, allerdings waren Besitzer und Personal eindeutig asiatischer Herkunft.
Und so hatten wir bei dem All-you-can-eat Buffet eine interessante Mischung aus asiatischem und argentinischem Essen. Ich fand Milanesa süß-sauer mit Asia-Nudeln garniert nicht schlecht.xD
Danach ging es in die Cabañas, Bungalows, die wie große Zelte aus Holz aussehen. Dreieckige Häuser. Ich fühlte mich stark an Schweden erinnert, mit dem Geruch von Holz in der Cabaña, den Wolldecken und dem Duft von frischem Gras. ich meine jetzt das normale Gras. Das grüne, gemähte. =) Und wenn man dann vor dem Häuschen stand sah man erst eine große, teilweise unter Wasser stehende Wiese (die korrekte Bezeichnung ist Moor, allerdings klingt Moor nicht so schön =) ) auf der ich das erste Mal Flamingos gesehen habe, die nicht im Zoo in einem Gehege standen. Dahinter folgten dann einige weniger hohe, komplett braune Berge und dahinter konnte man noch deutlich größere Berge mit Schneekronen entdecken. Eine wunderschöne Aussicht. Ich hab mir mit Biggi und den kränkesten aller kränken Ari und Mari ein Häuschen geteilt. Angenehm dass wir nur vier waren, denn was will jeder nach so vielen Stunden Bus? Richtig. Duschen. Es liegt in der weiblichen Natur, dass das etwas länger dauert, aber da wir nur zu viert waren konnte jeder in Ruhe seine Dusch-und Waschgelüste befriedigen. =)
Danach sind wir dann in die Stadt losgezogen, schon mal ein paar Souvenirshops angucken, um spätere Plünderungszüge zu planen. Aber man muss ja den besten Laden finden, um ihn mit gezücktem Geldbeutel und Gebrüll zu stürmen. Das mit  dem Gebrüll haben wir aber dann doch gelassen. Schließlich repräsentieren wir Deutschland, wir müssen Eindruck machen.Was mit dem gezückten Portmonnaie gut funkrioniert hat. =)
Zudem fanden wir eine kleine Feria, eine Art Markt auf dem Handwerker ihre Erzeugnisse ausstellen, die wir langgeschlendert sind. Einer der Händler bot Steinflöten an, die er nach Indianerart hergestellt hatte. Je nach Größe eine Arbeit von zwei Wochen bis zu einem Monat. Mara hat sich auch gleich mal prompt so eine Flöte gekauft, den ganzen Tag geübt und am Abend konnte sie uns allen schon ein schönes Schlaflied trällern. xD Ich hab mich in der Zeit mit einem anderen Händler unterhalten, der ganz begeistert war dass ich aus der "walisischen" Stadt Trelew komme, er kam aus Trebelin einem STädtchen nahe bei Esquel, das ebenfalls walisische Wurzeln hat. So haben wir uns gut unterhalten, er präsentierte mir dann auch ganz stolz Fotos von seiner Stadt, die dann irgendwann in Fotos von seinen Nichten und Neffen übergingen.
Nachdem wir dann noch der Touristeninformation einen Besuch abgestattet hatten, die merkwürdigerweise außerhalb des Zentrums lag, haben wir die Zeit bis zum Abendessen gut überbrückt und den Ausblick auf die Stadt genossen.
Am nächsten Morgen ging es schon früh los, zum Frühstück in den Cabañas gab es Medialunas und Kakao. Warm eingepackt und mit Sonnencreme eingeschmiert ging es dann Eichtung Gletscher. Ich hatte auf einmal Sehnsucht nach dem Skiurlaub. Dieses "Der-Berg-ruft"-Gefühl wird bei mir eindeutig durch Fliespulli, Handschuhe und den Geruch von Sonnencreme hervorgerufen. Nach etwa einer Stunde Fahrt waren wir dann im "Parque Nacional de los Glaciares" angelangt. Die, die das Mini-Trekking gebucht hatten wurden gleich Richtung Boot geschoben, eine kleine Gruppe von 20 Leuten blieb zurück. Und schon ging es los, die Gischt schäumte um den Bug, der Wind blies uns freudig ins Gesicht und wir entfernten uns immer weiter von der Anlegestelle. Und dann bog das Boot um eine Bergzunge und er lag vor uns. Der Perito Moreno, einer de bekanntesten Gletscher, auch wenn er längst nicht der größte in dem Nationalpark ist. Ein atemberaubender Anblick. Meterhoch türmt sich das Eis auf, die Spalten in Blauschattierungen schimmernd.
An Land ging es sofort auf den Weg zum Gletscher. Nach etwa 30 Minuten (immer wieder unterbrochen von Fotopausen) waren wir an der Schuh-Station angelangt, wo uns spezielle Trekkingschuhe angeschnallt wurden. Als ich die ersten Schritte gemacht habe, dachte ich ich würde mich sofort auf die Nase legen. Zum einen sind diese Schuhe deutlich schwerer und zum anderen lässt es sich mit den Spikes nicht so gut auf normalem Untergrund laufen. In drei Gruppen aufgeteilt ging es dann los. Als ich meinen Fuß zum ersten Mal auf das Eis setzte, dachte ich: Und ich werd doch hinfallen. Aber nachdem uns unser cooler Guide (Rastas, Sonnenbrille, Esipickel in der Hand- ich hätte ihn sofort für einen Sportkatalog der Winterkollektion ausgewählt) uns ein paar Tricks gezeigt hatte ging es gut und sicher voran. Im Gänsemarsch bekletterten wir dann das ewige Eis, nie so dass wir den Blick auf die Berge oder den See verlieren konnten, aber immerhin. Gletscher ist Gletscher. Es war einfach wundervoll. Wunder-wunder-wundervoll! Das weiße Eis, kleine oder größere Löcher die dirket in den Gletscher führten und in diesem fantastischen Blau erschienen, kleine Wasserläufe und am Ende der anderthalb-stündigen Tour: Whisky zum aufwärmen und ein kleiner Alfajor.



rechts ist der Guide :D



Und dann war das Abenteuer schon wieder vorbei, die Schuhe abgeschnallt und nach einem kleinen Lunch waren wir wieder auf dem Boot. Der Gletscher entfernte sich, doch sein Zauber ließ mich noch lange nicht los. Wieder an Land und im Bus ging es zu einer Station auf der anderen Seite des Gletschers, von der aus man einen Panoramaweg begehen konnte, um den Gletscher noch einmal anders betrachten zu können. Auch das war unglaublich, zum ersten Mal konnten wir den Gletscher in seiner vollen Größe sehn, sahen teilweise wie Eisstücke ins Wasser fielen und hörten den Gletscher "atmen". Unglaublich!
Erschöpft aber bis zum Anschlag mit Glück gefüllt fuhren wir wieder zurück nach Calafate, wo wir nach dem Abendessen den Abend noch mit ein bisschen Truco und Schokolade ausklingen ließen.
Die drei Kränken Ari, Mara und ich




Der nächste Tag war seligerweise frei, das heißt ausschlafen (ich bin um 9 aufgestanden um die Media Lunas entgegen zunehmen, ich soziales Wesen, hab mich danach aber noch mal bis 11 in die Federn geworfen) ruhiges Frühstück, selbstgekochte Ravioli zum Mittag und dösen auf einer Decke in der Sonne, den Blick auf dei Berge gerichtet. Nach einer kleinen Exkurison mit Biggi, bei der wir die Flamingos vor die Linse kriegen wollten (ich fand das Gefühl salopp gesagt einfach geil im Schlamm bis zum Knöchel zu versinken, wer schon mal eine Wattwanderung gemacht hat, weiß was ich meine, ich glaube Biggi fand das nicht ganz so toll, aber ich hatte meinen Spaß...meine Füße waren schwarz als ich zurückgekommen bin xDD) sind wir in die Stadt geschlendert, wo wir erst dem Internetcafe einen Besuch abgestattet haben und dann mit dem Eiscafe weitergemacht haben. xD Ein schöner, ruhiger Tag klang aus, um ein Uhr nachts ging es weiter.
Calafate rückte in die Ferne und fast wehmütig hab ich Abschied genommen, man fühlte sich schon so heimisch. Der Bus rollte, die argentinische Nacht wiegte uns in den Schlaf und es ging immer weiter gen Süden...

Viaje del Sur- Puerto Madryn (10.-12.11.2010)

Jetzt folgt endlich die längst überfällige Schilderung meiner Reiseerlebnisse. Es ist nur so viel, dass man sich gar nicht traut anzufangen. Aber ich bin mutig. xD
Am Mittwoch, den 10. ging auch für mich die Reise in den Süden los. Alle anderen hatten schon einen Tag oder mehr vorher begonnen, um von ihren Städten aus nach Puerto Madryn zu kommen. Ich wurde von Carlito gefahren, schließlich sind es nur 60 Kilometer, was vor allem nach dem Ende dieser Reise in meiner Vorstellung gar nichts mehr ist.
Also erreichte ich gegen Mittag Madryn, Gottseidank war meine Stimme immerhin halbwegs zu mir zurückgekehrt, sodass ich wenn auch mit Joe-Cocker-Gedächtnisstimme, nicht ganz aufs Reden verzichten musste.
In Madryn waren wir in einer kleinen Appartmentanlage untergebracht, die direkt neben einem Restaurant lag, was natürlich sehr praktisch fürs Mittag-und Abendessen war. Fürs Frühstück auch, aber das Wort endet nicht mit "Essen" also ließ sich das gerade schlecht einbauen. =)
Gegen 13 Uhr waren dann auch die letzten Austauschschüler eingetroffen, sodass wir nun zum Mittagessen durften, wo wir zum ersten Mal alle in Augenschein nehmen konnten. Unsere Reise wurde von drei Rolling-Travel-Menschen geleitet- Alejandro, Florencia und Maria-Jose (kurz Majo)- und von drei Rotariern aus dem Norden Argentiniens begleitet. Alejandro eröffnete uns bei der Einführung wir wären ganze 78 Austauschschüler,25 aus meinem Distrikt Patagonien und der Rest ganz aus dem Norden. Später stellet sich heraus, dass von den 78 garantiert 40 Deutsche waren, weshalb ich natürlich jede Menge Deutsch gesprochen habe. Was einen ja auch mal glücklich macht. =)
Nach dem Mittagessen haben wir noch einen kleinen Rundgang durch Madryn gemacht, was zwar schön aber nicht sehr zeitfüllend ist, da sich der rundgangsfähige Teil auf einige Straßen beschränkt. xD



Am nächsten Tag ging es dann in der Frühe los nach Piramidés, um eine Walbesichtigung zu machen. Ich hatte das zwar alles schon einmal gesehen, war aber trotzdem von neuem völlig fasziniert von diesen Meeresgiganten. Diesmal waren wir über längeren Zeitraum an den Walen und konnten so aus nächster Nähe eine Mutter mit ihrem Kind beobachen.
Nach dem Mittagessen ging es dann weiter über die Peninsula Valdes, um an einen Besichtigunspunkt für Seeelefanten zu gelangen. Diese konnte man zwar nicht so nah sehen, aber es war eindeutig dicke Tiere faul am Strand lagen. Sie waren eben richtige Austauschschüler. :D
Am frühen Abend waren wir dann wieder zurück in Madryn, wo uns von einem freudestrahlenden Alejandro verkündet wurde es ginge morgens so früh los, dass wir liebe früh schlafen gehen sollten. =)
Am nächsten Morgen sind wir dann alle mit müden Äuglein in die Busse geklettert. Aufgrund der großen Teilnehmeranzahl gab es nämlich sowohl einen großen Reisebus, als auch einen Minibus, der von der Sitzkomfortabilität locker mit jedem deutschen Bus, allerdings schwieriger mit einem der argentinischen mitgehalten hätte. Ich war mit 21 anderen im Minibus, was mir nicht wirklich was ausgemacht hat, aber da war ich eine der einzigen. Das einzige, was wirklich schade war, war dass  Minibus und großer Bus in den meisten Orten in getrennten Hotels untergebracht waren.

Brut




"Oh guck mal der ist tot. Lass mal fotografieren."
Aber zurück zu unserem Reiseprogramm. Mit den Bussen sind wir dann nach Punta Tombo gefahren, die die größte Magellanpinguinkolonie des Kontinents beherbergt. Und unsere Vorstellung, die wir bisher ein ganzes Leben lang gehegt hatten (außer irgendjemand in der Gruppe hat sich vorher eingehend mit Pinguinen beschäftigt, aber ich spreche mal für die Mehrheit) Pinguine könnten nur mit Eis und Wasser leben verpufften von einem Augenblick auf den andern. Denn diese Pinguine hatten sich Höhlen in den Stein gegraben, lagen unter Sträuchern und wackelten zwischen Guanacos hin und her. Zwar war die Küste in der Nähe, aber die Tiere befanden sich gerade in der Brutzeit, was sie sich überhaupt nicht bewegen lässt. Es hatte was von einer Ostereiersuche, wenn man auf einen der typischen Steppensträucher guckte und aufeinmal einen schlafenden Pinguin darunter entdeckte. =)
Aber diese Tiere sind und bleiben einfach klasse. xD Allerdings konnte man zwischen den ganzen Brütenden auch ab und zu mal ein Skelett entdecken, dass dann von unserer Gruppe ganz in Touristenmanier mit: "Oh guck mal der ist tot. Komm, lass fotografieren", kommentiert wurde. xD
Und dann ging es weiter, immer weiter durch die schier endlose Steppe. Abends waren wir dann in Comodoro, wo wir zu Abend gegessen haben und dann ging es auch schon wieder in den Bus, durch die tiefe argentinische Nacht Richtung Calafate. 

Dienstag, 9. November 2010

Preperando mi bolso

Also. Kurzzusammenfassung des Wochenendes: Samstags war ich mit Freunden in der Disko, am Sonntag ruhig Zuhause, was ich zu einem Pläuschchen mit meinen daheimgebliebenen Eltern genutzt habe. Und am Montag war ich dann auf einmal heiser. Ich klang leicht wie ein Kettenraucher. Aber nur leicht.
Und heute war dann meine Stimme fast ganz weg. Wirklich fast. Ich hab nur noch gekrächzt und gekiekst, manchmal kam gar nichts aus meinem Mund. Ich hab dann Tee mit Honig getrunken, Honig gegessen, sogar Zitrone in meinen Tee gepresst, noch mehr Honig gegessen.... Und die Stimme kehrte nicht wieder.
Was mich dann schließlich dazu veranlasst hat meine Mutter zu bitten mit mir den Arzt aufzusuchen. Was mit meiner OSDE-Versicherung auch problemlos und fast ohne Wartezimmer funktioniert. Der Arzt war wirklich sehr sehr nett, hat mich trotz Krächzerei gefragt woher ich denn käme und mir dabei in den Rachen geschaut. Der ist Gottseidank nur leucht gerötet. Das heißt glücklicherweise keine Entzündung und nichts, was ich schon befrüchtet hatte. Ich hab jetzt ein leichtes Breitbandantibiotikum und bin hoffentlich schnell wieder auf dem Damm. Und der sympathische Arzt hat mir auch gesagt es gäbe kein Problem morgen früh nochmal vorbeizukommen, wenn es sich verschlimmern sollte, ich wäre "herzlich eingeladen". Ich hoffe ich muss dieser Einladung nicht nachkommen, habe mich aber natürlich trotzdem sehr über seine lieben Worte gefreut.
Meine Tasche ist schon zu Drei-Vierteln gepackt, der Rest kommt gleich noch nach.
Also steht der Reise morgen nichts mehr im Wege! Und ich freu mich so!!! SOOOOO SEEEHR!!! =)
Meine Lieben, das ist vorerst mein letzter Post, in knapp drei Wochen kommen ganz viele neue Berichte aus dem Süden!
"Und ich sag hey, ab in den Süüüden!!!"

Freitag, 5. November 2010

Sleeping in the rain

Es regnet jetzt schon den dritten Tag hintereinander. Was langsam die Menschen hier in helle Aufregung versetzt. Denn: was wäre denn, wenn es morgen auch noch regnete? Eien Horrorvorstellung. Ich meine ich kann es gut verstehen, selbst ich habe mich jetzt schon so daran gewöhnt, dass es gerade mal ein-oder zweimal im Monat regnet; wenn überhaupt. Und da sind drei Tage hintereinander natürlich ziemlich viel.
Mich stört es nicht wirklich, ich nutze es für ausgiebige Mittagsschläfchen, die wirklich gut tun und die ich auch brauche. Letzte Nacht habe ich sogar nur ganze fünf Stunden geschlafen, weil meine Hündin Lola einen ausgeprägten Mitteilungsdrang und ein beachtliches Stimmvolumen besitzt. Sie wollte sich in einem Bellwettstreit mit den Nachbarshunden messen, was sisch natürlich exzellent um ein Uhr in der Nacht unter meinem Zimmerfenster macht. Jippieh!
Ich hab schon zu meinem deutschen Bruder gesagt, der ja gerade in Afrika weilt, dass sein morgendlicher Muezzingesang überhaupt nichts gegen meine Hündin ist. Aber irgendwann wird auch Gottseidank ein Hund müde seine Nachbarn anzubellen und lässt das liebe Thereschen schlafen. =)
Das einzige negative, was der Regen mit sich bringt ist, dass ich heute schon am dritten Tag hintereinander nicht zu Leichtathletik kann. Für mich ein Desaster. Ich bin schon so daran gewöhnt meine Nachmittage auf der Pista zu verbringen, dass ich ohne Sport gar nicht so richtig weiß, was ich mit dem Tag anfangen soll. =) Aber: Ich mag es ja zu lesen und deshalb vertiefe ich mich einfach in "Den Vorleser", den mir ein Freund aus der Schule ausgeliehen hat. Natürlich auf Spanisch. Und ich bin stolz auf mich, dass ich innerhalb von vier Tagen mehr als 100 Seiten gelesen habe und sogar noch alles verstanden habe.
Mein Sprachvermögen hat mich eh in den letzten Tagen in Hochstimmung versetzt. Zwar fehlen mir oft noch Worte und ich kann noch längst nicht alles sagen was ich möchte, aber ich kann schon eine Unterhaltung führen, die kein einziges Mal durch ein "perdon, no entiendo" unterbrochen wird, ich verstehe im Unterricht fast alles völlig problemlos und das ohne mich besonders anstrengen zu müssen. Ein sehr großer Fortschritt, der mich unglaublich glücklich macht. =)
So, jetzt haben wir schon wieder Freitag, ich freu mich auf das Wochenende und natürlich auf nächste Woche. Denn dann geht es in den Süüüden!!! (Ich werd das jetzt solange schreiben, bis ich im Bus nach Calafate sitze xD)

Mittwoch, 3. November 2010

Tag für Tag

Jetzt kommt der längst überfällige Post. =)
Am Freitag hatte ich in der Schule eine "Muestra", eine Vorstellung aller im Jahr angefertigter Arbeiten. Meine Aufgabe war mit drei anderen meine Klassenkamerade die Kleinsten der Schule (7.Klasse) zu den Ausstellungsräumen zu bringen und wieder zurückzugeleiten. Ich hätte nie gedacht, dass es SO viel Arbeit ist. Die Kleinen haben erst bei der vierten Wiederholung einer Aufforderung gehorcht und dann die Anordnung auch nur halb ausgeführt. Einmal versuchten wir vergeblich sie zu schweigen zu bringen, als eine Lehrerin im Theater eine "Charla" halten wollte, bis ich dann laut und vernehmlich "Silencio" gesagt habe. Laut genug, dass es das halbe Theater mitgekriegt hat. Was etwas peinlich war, weil sich jetzt alle umdrehten um dann belustigt festzustellen, dass diese Anordung von "La Alemana" gekommen war. Ein paar waren so begeistert, dass sie mir auf die Schultern geklopft haben. xD
Irgendwann war dann Gottseidank auch dieser Tag vorbei, sodass endlich das Wochenende anfangen konnte. Das ich diesmal ohne Weggehen verbracht habe. Am Samstag war ich mit meiner 2. Gastmama Gabriela unterwegs, wir haben uns schön unterhalten und sind auch ins Peleontologische Museum der Stadt Trelew gegangen. Kurz: Dino-Museum. =) Hier in Chubut wurden nämlich viele Dinosaurier-Knochen gefunden, ausgegraben und im Labor untersucht. Anhand diser Funde konnte man viele der Urzeit-Riesen rekonstruieren und diese Rekonstruktionen wurden ausgestellt. Mir hat es wirklich sehr gut gefallen, denn das Museum war zwar klein aber fein. =)




Danach bin ich mit Gaby in mein zweites Zuhause gefahren, nicht aber ohne noch einen kleinen Zwischenstopp beim Bäcker einzulegen um ein wneig Torte zu kaufen. =) Gegen 21 Uhr war ich dann wieder in Zuhause Nummer eins, wo ich mir dann noch einen ruhigen Abend gemacht habe.
Am Sonntag wurde ich um 12:30 von Bernardo, Gaby und Luciano abgeholt, um zu meiner einen Großmutter der 2. Familie Maria zu fahren. Diese wohnt in einem schönen Haus in Rawson, das sogar einen kleinen Garten besitzt, was hier recht selten ist. Dort gab es dann ein gemeinsames Mittagessen für das auch Gabys Bruder Daniel mit seiner Frau und einem seiner Kinder gekommen war. In meiner zweiten Familie ist die Zahl der Onkel und Tanten Gottseidank relativ überschaubar. xD So gab es dann ein köstliches Essen, ganz Großmutter-typisch mal wieder viel zu viel. Meine abuela hatte eigenhändig eine Art Tortellini gemacht, eigenhändig heißt sie stand den ganzen Samstag in der Küche und hat Tortellini gefaltet. Ich hatte gerade meine Portion Nudeln beendet, als sie mir sagte: "Ah Theresa, es gibt noch Hühnchen." Also noch Hühnchen. xD Und Nachtisch. Was solls, ich mach Sport. ;) xD
Nach dem Essen sind wir dann nach Playa Union gefahren, wo ich erst mit Gaby spazieren war und dann mit Fede etwas "gecruist" bin. Anders kann ich das nicht ausdrücken. xD Wir sind dann zu Großmutter 2 von Familie 2 gefahren (es ist irgendwie anstrengend das immer so zu differenzieren xD), die ein kleines Ferienhäuschen in Playa Union hat. Dort gabs dann erst mal noch Kuchen (man soll ja ja nicht hungrig werden xD) und dann hat sie mir im Quincho einige original "Arbeitsmaterialien" (wie Gerte, Dolch etc...) der Gauchos gezeigt, sowei einige original Instrumente der Ureinwohner aus dem Norden demonstriert. Und mir dazu natürlich einen Einblick in die argentinische Kulturgeschichte gegeben. Sie war dann doch etwas überrascht wie sehr mich das interessierte, aber hat sich natürlich sehr über mein Interesse gefreut. =)
Gegen 20 Uhr war ich wieder Zuhause wo ich dann um 21 Uhr von meiner Mama abgeholt wurde, um bei George zu Abend zu essen. So hatte ich ein wirklich sehr, sehr schönes Wochenende!
Die Woche fing wie immer mit meinem Wecker an, wie immer stöhnte ich auch als ich mich aus dem Bett schälte und mich fragte warum es denn schon wieder Montag sei. =)
Und alles nahm seinen schon so gewohnten Lauf: Schule, Mittagessen, Siesta, Leichtathletik, Sportunterricht, Rotary. Nur das ich mich am Montagabend nach der Dusche fragte warum denn immer noch Montag sei. xD
Naja. Auch ein Montag geht vorbei und jetzt haben wir schon Mittwochabend. Der Tag heute war sehr verregnet, deshalb fielen sowohl Leichtathletik als auch Sportunterricht aus, was ich für eine ausgedehnte Siesta genutzt habe. Die Tage schaffen einen doch. =)
So das wars jetzt erstmal wieder, nächste Woche um diese Zeit sitze ich schon im Bus in den Süüüüden!!!!!
Vorfreude pur!