Dienstag, 9. November 2010

Preperando mi bolso

Also. Kurzzusammenfassung des Wochenendes: Samstags war ich mit Freunden in der Disko, am Sonntag ruhig Zuhause, was ich zu einem Pläuschchen mit meinen daheimgebliebenen Eltern genutzt habe. Und am Montag war ich dann auf einmal heiser. Ich klang leicht wie ein Kettenraucher. Aber nur leicht.
Und heute war dann meine Stimme fast ganz weg. Wirklich fast. Ich hab nur noch gekrächzt und gekiekst, manchmal kam gar nichts aus meinem Mund. Ich hab dann Tee mit Honig getrunken, Honig gegessen, sogar Zitrone in meinen Tee gepresst, noch mehr Honig gegessen.... Und die Stimme kehrte nicht wieder.
Was mich dann schließlich dazu veranlasst hat meine Mutter zu bitten mit mir den Arzt aufzusuchen. Was mit meiner OSDE-Versicherung auch problemlos und fast ohne Wartezimmer funktioniert. Der Arzt war wirklich sehr sehr nett, hat mich trotz Krächzerei gefragt woher ich denn käme und mir dabei in den Rachen geschaut. Der ist Gottseidank nur leucht gerötet. Das heißt glücklicherweise keine Entzündung und nichts, was ich schon befrüchtet hatte. Ich hab jetzt ein leichtes Breitbandantibiotikum und bin hoffentlich schnell wieder auf dem Damm. Und der sympathische Arzt hat mir auch gesagt es gäbe kein Problem morgen früh nochmal vorbeizukommen, wenn es sich verschlimmern sollte, ich wäre "herzlich eingeladen". Ich hoffe ich muss dieser Einladung nicht nachkommen, habe mich aber natürlich trotzdem sehr über seine lieben Worte gefreut.
Meine Tasche ist schon zu Drei-Vierteln gepackt, der Rest kommt gleich noch nach.
Also steht der Reise morgen nichts mehr im Wege! Und ich freu mich so!!! SOOOOO SEEEHR!!! =)
Meine Lieben, das ist vorerst mein letzter Post, in knapp drei Wochen kommen ganz viele neue Berichte aus dem Süden!
"Und ich sag hey, ab in den Süüüden!!!"

Freitag, 5. November 2010

Sleeping in the rain

Es regnet jetzt schon den dritten Tag hintereinander. Was langsam die Menschen hier in helle Aufregung versetzt. Denn: was wäre denn, wenn es morgen auch noch regnete? Eien Horrorvorstellung. Ich meine ich kann es gut verstehen, selbst ich habe mich jetzt schon so daran gewöhnt, dass es gerade mal ein-oder zweimal im Monat regnet; wenn überhaupt. Und da sind drei Tage hintereinander natürlich ziemlich viel.
Mich stört es nicht wirklich, ich nutze es für ausgiebige Mittagsschläfchen, die wirklich gut tun und die ich auch brauche. Letzte Nacht habe ich sogar nur ganze fünf Stunden geschlafen, weil meine Hündin Lola einen ausgeprägten Mitteilungsdrang und ein beachtliches Stimmvolumen besitzt. Sie wollte sich in einem Bellwettstreit mit den Nachbarshunden messen, was sisch natürlich exzellent um ein Uhr in der Nacht unter meinem Zimmerfenster macht. Jippieh!
Ich hab schon zu meinem deutschen Bruder gesagt, der ja gerade in Afrika weilt, dass sein morgendlicher Muezzingesang überhaupt nichts gegen meine Hündin ist. Aber irgendwann wird auch Gottseidank ein Hund müde seine Nachbarn anzubellen und lässt das liebe Thereschen schlafen. =)
Das einzige negative, was der Regen mit sich bringt ist, dass ich heute schon am dritten Tag hintereinander nicht zu Leichtathletik kann. Für mich ein Desaster. Ich bin schon so daran gewöhnt meine Nachmittage auf der Pista zu verbringen, dass ich ohne Sport gar nicht so richtig weiß, was ich mit dem Tag anfangen soll. =) Aber: Ich mag es ja zu lesen und deshalb vertiefe ich mich einfach in "Den Vorleser", den mir ein Freund aus der Schule ausgeliehen hat. Natürlich auf Spanisch. Und ich bin stolz auf mich, dass ich innerhalb von vier Tagen mehr als 100 Seiten gelesen habe und sogar noch alles verstanden habe.
Mein Sprachvermögen hat mich eh in den letzten Tagen in Hochstimmung versetzt. Zwar fehlen mir oft noch Worte und ich kann noch längst nicht alles sagen was ich möchte, aber ich kann schon eine Unterhaltung führen, die kein einziges Mal durch ein "perdon, no entiendo" unterbrochen wird, ich verstehe im Unterricht fast alles völlig problemlos und das ohne mich besonders anstrengen zu müssen. Ein sehr großer Fortschritt, der mich unglaublich glücklich macht. =)
So, jetzt haben wir schon wieder Freitag, ich freu mich auf das Wochenende und natürlich auf nächste Woche. Denn dann geht es in den Süüüden!!! (Ich werd das jetzt solange schreiben, bis ich im Bus nach Calafate sitze xD)

Mittwoch, 3. November 2010

Tag für Tag

Jetzt kommt der längst überfällige Post. =)
Am Freitag hatte ich in der Schule eine "Muestra", eine Vorstellung aller im Jahr angefertigter Arbeiten. Meine Aufgabe war mit drei anderen meine Klassenkamerade die Kleinsten der Schule (7.Klasse) zu den Ausstellungsräumen zu bringen und wieder zurückzugeleiten. Ich hätte nie gedacht, dass es SO viel Arbeit ist. Die Kleinen haben erst bei der vierten Wiederholung einer Aufforderung gehorcht und dann die Anordnung auch nur halb ausgeführt. Einmal versuchten wir vergeblich sie zu schweigen zu bringen, als eine Lehrerin im Theater eine "Charla" halten wollte, bis ich dann laut und vernehmlich "Silencio" gesagt habe. Laut genug, dass es das halbe Theater mitgekriegt hat. Was etwas peinlich war, weil sich jetzt alle umdrehten um dann belustigt festzustellen, dass diese Anordung von "La Alemana" gekommen war. Ein paar waren so begeistert, dass sie mir auf die Schultern geklopft haben. xD
Irgendwann war dann Gottseidank auch dieser Tag vorbei, sodass endlich das Wochenende anfangen konnte. Das ich diesmal ohne Weggehen verbracht habe. Am Samstag war ich mit meiner 2. Gastmama Gabriela unterwegs, wir haben uns schön unterhalten und sind auch ins Peleontologische Museum der Stadt Trelew gegangen. Kurz: Dino-Museum. =) Hier in Chubut wurden nämlich viele Dinosaurier-Knochen gefunden, ausgegraben und im Labor untersucht. Anhand diser Funde konnte man viele der Urzeit-Riesen rekonstruieren und diese Rekonstruktionen wurden ausgestellt. Mir hat es wirklich sehr gut gefallen, denn das Museum war zwar klein aber fein. =)




Danach bin ich mit Gaby in mein zweites Zuhause gefahren, nicht aber ohne noch einen kleinen Zwischenstopp beim Bäcker einzulegen um ein wneig Torte zu kaufen. =) Gegen 21 Uhr war ich dann wieder in Zuhause Nummer eins, wo ich mir dann noch einen ruhigen Abend gemacht habe.
Am Sonntag wurde ich um 12:30 von Bernardo, Gaby und Luciano abgeholt, um zu meiner einen Großmutter der 2. Familie Maria zu fahren. Diese wohnt in einem schönen Haus in Rawson, das sogar einen kleinen Garten besitzt, was hier recht selten ist. Dort gab es dann ein gemeinsames Mittagessen für das auch Gabys Bruder Daniel mit seiner Frau und einem seiner Kinder gekommen war. In meiner zweiten Familie ist die Zahl der Onkel und Tanten Gottseidank relativ überschaubar. xD So gab es dann ein köstliches Essen, ganz Großmutter-typisch mal wieder viel zu viel. Meine abuela hatte eigenhändig eine Art Tortellini gemacht, eigenhändig heißt sie stand den ganzen Samstag in der Küche und hat Tortellini gefaltet. Ich hatte gerade meine Portion Nudeln beendet, als sie mir sagte: "Ah Theresa, es gibt noch Hühnchen." Also noch Hühnchen. xD Und Nachtisch. Was solls, ich mach Sport. ;) xD
Nach dem Essen sind wir dann nach Playa Union gefahren, wo ich erst mit Gaby spazieren war und dann mit Fede etwas "gecruist" bin. Anders kann ich das nicht ausdrücken. xD Wir sind dann zu Großmutter 2 von Familie 2 gefahren (es ist irgendwie anstrengend das immer so zu differenzieren xD), die ein kleines Ferienhäuschen in Playa Union hat. Dort gabs dann erst mal noch Kuchen (man soll ja ja nicht hungrig werden xD) und dann hat sie mir im Quincho einige original "Arbeitsmaterialien" (wie Gerte, Dolch etc...) der Gauchos gezeigt, sowei einige original Instrumente der Ureinwohner aus dem Norden demonstriert. Und mir dazu natürlich einen Einblick in die argentinische Kulturgeschichte gegeben. Sie war dann doch etwas überrascht wie sehr mich das interessierte, aber hat sich natürlich sehr über mein Interesse gefreut. =)
Gegen 20 Uhr war ich wieder Zuhause wo ich dann um 21 Uhr von meiner Mama abgeholt wurde, um bei George zu Abend zu essen. So hatte ich ein wirklich sehr, sehr schönes Wochenende!
Die Woche fing wie immer mit meinem Wecker an, wie immer stöhnte ich auch als ich mich aus dem Bett schälte und mich fragte warum es denn schon wieder Montag sei. =)
Und alles nahm seinen schon so gewohnten Lauf: Schule, Mittagessen, Siesta, Leichtathletik, Sportunterricht, Rotary. Nur das ich mich am Montagabend nach der Dusche fragte warum denn immer noch Montag sei. xD
Naja. Auch ein Montag geht vorbei und jetzt haben wir schon Mittwochabend. Der Tag heute war sehr verregnet, deshalb fielen sowohl Leichtathletik als auch Sportunterricht aus, was ich für eine ausgedehnte Siesta genutzt habe. Die Tage schaffen einen doch. =)
So das wars jetzt erstmal wieder, nächste Woche um diese Zeit sitze ich schon im Bus in den Süüüüden!!!!!
Vorfreude pur!

Sonntag, 24. Oktober 2010

Das Rauschen des Meeres

Heute habe ich den Tag ja in Playa Unión verbracht.
Das war alles in allem nicht wirklich spektakulär, aber ich möchte einige Impressionen festhalten. Und zwar war das Meer sehr rau, die Wellen hoch und die Brandung stark.
Allerdings führte das dazu, dass ich, als ich nach dem Mittagessen entspannt auf der sonnigen Veranda vor dem Haus saß, dem rauschen des Meeres lauschen konnte. Ein wundervolles Gefühl.
Es gibt nichts Schöneres als sich mit geschlossenen Augen, der Sonne auf dem Gesicht und dem Gesang des Meeres lauschend in einen sanften Halbschlaf zu fallen.
Um vier Uhr bin ich dann zum Haus von Priscilla spaziert, die zu meinem Glück heute auch am Strand war. Zusammen shaben wir dann einen Spaziergang gemacht, der uns bis zum kleinen Signalturm des Hafens führte. EIgentlich ist der Zutritt zu diesem Gebiet nicht erlaubt, das interessiert die Argentinier aber nicht und deshalb tummelten sich mehrere gut gelaunte Menschen auf den Steinen. Die Steinzunge, an deren Ende der Turm steht, ragt etwas ins Meer herein und formt mit einer zweiten Zunge eine Art Bucht, in die die Schiffe einlaufen können. Und wenn man dann neben dem Türmchen steht, einem der Küstenwind um die Ohren weht und die Möwen über den Himmel ziehn, fühlt man sich plötzlich, als würde man IM Meer stehen. Vor einem und neben einem das türkisfarbene Meer. Die weiße Gischt. Das Rauschen des Meers. Man ist ein bisschen Teil dieser Unendlichkeit. =)
Zurück in Pris Haus war es mir dann doch etwas frisch, denn die Sonne erlaubte eigentich kurze Hose und T-Shirt, doch der Wind nicht. Was man aber leicht vergisst. =)
Wir haben dann noch Musik gehört, dabei Truco gespielt (ich habe sogar überraschend oft gewonnen) und uns unterhalten.
Einfach ein schöner Nachmittag. =)
Um halb acht ging es dann wieder zurück nach Trelew, wo ich mir erst einmal wieder eine lange Hose und einen Fliespulli angezogen  und mir einen heißen Tee gemacht habe. =) Jetzt ist mir wieder schön warm, ich bin erschlöpft aber seeeeehr glücklich und ich werde gleich in die weichen Federn meines Bettes werfen. =) Denn morgen ist wieder Schule. Ausnahmsweise. xD

Rauf aufs offene Meer

Der Tag heute begann für mich mit dem Wecker um neun Uhr. Die Zeit ist eigentlich okay, allerdings hatte ich gestern Abend die Familienintegrität gepflegt und mit meiner abuela, meiner mama und Soffi die meistgesehene Fernsehshow Argentiniens, "Showmatch", geguckt. Eine Tanzshow, derne Ziel es ist möglichst viel nackte Haut zu zeigen, anscheinend ist jedes noch so kleine Kleidungsstück überflüssig. Zudem wird immer fleißig beleidigt, intrigiert und eine Show ist nicht gelungen, wenn nicht mindest ein Jurymitglied einmal die Halle genervt, wütend oder zutiefst gekränkt verlassen hat, um hinter den Kulissen zu rauchen oder auch mal enerviert und natürlich völlig spontan gegen etwas zu treten. Wobei ich bezweifle, dass das Wort "enerviert" im Wortschatz der Juroren vorhanden sein dürfte. =)
Naja. So eine Show geht locker drei Stunden, ich hab mich aber schon nach Paar Nummer 3 (es folgten noch neun weitere, plus Entscheidung, naja man kann sich denken wie lange sich so etwas zieht) um halb eins in mein Bett zurückgezogen.
Zurück zum heutigen Tag. Also um neun aufgestanden. Um elf kam dann George, um Soffi, meine Mama und mich abzuholen, um mit uns nach Piramides, einem Dorf auf der "Peninsula Valdés" zu fahren.
Um zwölf sind wir dann auch wirklich aufgebrochen und haben uns auf die zweistündige Autofahrt begeben. Eigentlich sind es ja nur anderthalb Stunden. Wenn man über die geteerte (bzw. betonierte) Straße fährt und nicht über ungeteerte Wald- und Wiesenwege hoppelt. Also eher Steppen- und Wüstenwege. xD Und das "hoppeln" ist wortwörtlich gemeint. =) Nun gut. Gegen 13:45 kamen wir dann zu einem Teil der Peninsula Valdés, die als Naturschutzgebiet natürlich professionell mit Schlagbaum und Kassierhäuschen gesichert war.
Danach ging es eigentlich weiter wie bisher, nur dass auf einmal auch Guanacus (von mir falsch geschriebene, Lama-ähnliche Tiere, die wirklich zum knuddeln sind. Ich habe mir schon überlegt wie ich eines von ihnen in meinen Koffer kriegen könnte. xD), Straußen-ähnliche Vögel, Schafe und Pferde in der Steppe zu sehen waren. Man merkte, man war in einem Gebiet, an das der Mensch noch fast gar keine Hand gelegt hatte und das diesen Tieren ein Zuhause bot.
Und dann bot sich ein atemberaubender Anblick: Zu beiden Seiten der Landzunge erstreckte sich eine Bucht; das strahlend blaue Meer glänzte in der Sonne, der weiße Sand funkelte und die Sonne lachte vom Himmel herab. Um ungefähr 14:15 waren wir dann in Piramides angelangt. Es ist wirklich sehr klein und beschränkt sich an Land auf einige Wassersport-Geschäfte, Cafes und Walbesichtigungstour-Stationen vor der unglaublichen Kulisse der Steilküste. George parkte nahe der Küste und wir gingen- nachdem wir uns warm eingepackt hatten, George hatte mir noch eine Daunenjacke mitgenommen,die ich über meine Windjacke gezogen habe- zum Ortskern. Der Weg betrug genau fünf Meter. Aber es klang einfach besser. =)
George erzählte mir dann beiläufig, dass er eine Freundin hätte, die hier Walbesichtigungen veranstalte und dass sie uns eingeladen hätte und wir jetzt eine Walbesichtigung machen würden. Jeder der mich kennt kann sich vorstellen, dass ich vor Glück fast geplatzt bin. Eine Walbesichtigung! Ich! In Argentinien! Ein Traum! =)
Um viertel nach drei bestiegen wir dann in Rettungswesten das Boot. Ich hab mich gefühlt wie ein Schneemann, mit meiner Daunenjacke und darüber noch die Rettungsweste. Aber mir konnte nichts die Stimmung trüben.
Und dann ging es rauf aufs offene Meer. Uns wurde vorher schon gesagt, man müsse Geduld haben, es wären schließlich freilebende Tiere, aber wir mussten gar nicht lange warten. Schon bald fiel uns die Wasserfontäne eines Wales ins Auge. Und sobald das Boot näher heran getuckert war begann das Feuerwerk an Fotoauslösern. Ich selbst habe auch fleißig mitgemacht, das Problem bei Walen ist nur, dass man auf den Auslöser drückt wenn sie auftauchen und wenn die Kamera auslöst sie schon verschwunden sind. Also habe ich viel Meer auf meinen Bildern, ich muss gleich noch einmal in Ruhe aussortieren. Und es war einfach gigantisch. Genial. Wunderschön. Beeindruckend. Faszinierend. Großartig. Atemberaubend. Und doch ohne Worte.
Wenn einer dieser Meeresriesen trotz seiner Körpergröße elegant und grazil aus dem Meer wirbelt, im Spiel mit seinen Kumpanen mit den Flossen wackelt oder nur einen Meter an dem Boot vorbeischwimmt gibt es für dich keinen Gedanken mehr. Das Auslöserfeuerwerk verstummt in deinen Ohren, du bist fixiert auf diese Wunder, auf dieses traumhafte Wesen. Ich konnte noch geistesgegenwärtig auf den Auslöser drücken. Aber gesehen habe ich nicht die Kamera in meiner Hand, nicht die Köpfe in meinem Bild, nein, es gab nur die Wale in ihrem Element- dem Meer.
Und dann war die Tour vorbei. Wir waren wieder an Land. Und ich habe meine Mamá und George umarmt und ihnen aus tiefstem Herzen "Danke" gesagt. Für einen der tollsten Tage meines bisherigen Lebens. Für eine der tollsten Erfahrungen meines Lebens. Für diese unbeschrieblichen Augenblicke. Dafür, dass sie mir einen lang gehegten Traum erfüllt haben. Ein Erlebnis, das mich vor Glück platzen ließ.
Die Steilküste

Ein Wal

Noch einer, diemals der Kopf

Da springt er!!!

Soffi und Ich

Die Wale vor unserem Boot

Das Meer gegen Abend

Gegen halb sechs waren wir dann wieder auf dem Weg nach Trelew, diesmal auf betonierter Straße. Und immer noch war für mich das Erlebte präsent. Vor meinem geistigen Auge wirbelten die Wale durch die Luft, schlugen Saltos und sprühten überschwänglich Wasserfontänen.
Wieder zurück im trauten Heim wurden Soffi und ich von meinem Papá abgeholt, um nach Playa Unión zu fahren. Dort haben wir dann lecker zu Abend gegessen, Avatar geguckt (im Kino und mit 3D immer noch am besten xD) und ich hab mich dann zwei weitere Filme später auch ins Bett aufgemacht. Die anderen waren schon im Reich der Träume versunken, als ich mich so leise wie möglich ins Bett stahl. Und dann übermannte auch mich der Schlaf, doch nicht bevor ich noch einen letzten seligen Gedanken an meinen Ausflug und die Wale hatte. Doch kaum war dieser Gedanke gedacht, fingen mich die sanften Arme der Nacht ein und schaukelten mich in den Schlaf.

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Toast im Bett

So ich nutze meine neu gewonnene Freiheit um ein bisschen meinen Blog zu füttern. Obwohl ich darauf auch hätte verzichten können. Ich hab nämlich Bauchschmerzen..ganz  merkwürdige Bauchschmerzen. Sie kommen und gehen und zwischendurch bleibt nur ein Krankheitsgefühl in der Magenwelt dass der Übelkeit gefährlich nahe kommt. Und das mich dazu gebracht hat heute zum Frühstück gar nichts und zum Mittagessen nur zwei Scheiben Toast zu essen. Ach ja und dass mir die Schule heute verwehrt hat. Gut, darüber war ich nicht so unglücklich, aber eigentlich gehe ich hier ja gerne zur Schule.
Naja. Also ein Tag im Bett. Mit Kamillentee und Schlaf. Was soll man machen?
Gestern war ja erstmal Feiertag. Que los cumplas feliz Trelew!! Meine kleinere Schwester wusste erstmal überhaupt nicht warum sie gestern nicht in die Schule musste. Man sieht also wie Feiertag-überladen das Jahr hier ist. xD Es waren auch alle Geschäfte geöffnet und viele mussten arbeiten. Meine Familie konnte schön ausschlafen und dann sich um etwa 14 Uhr zum Mittagessen einfinden. Meine abuela experimentiert gerade ein bisschen mit "tartas" (man kann es sich wie eine Quiche oder eine Art herzhaften Kuchen vorstellen) herum und deshalb hatten wir gestern den ganzen Tag tartas in allen Variationen. Ich fands lecker und hab sie ermutigt damit fortzufahren. Sehr zur Erheiterung meiner Familie. xD
Dennoch hatte ich gestern einen kleinen Durchhänger. Zum ersten habe ich einen Brief von meiner geliebten deutschen Omi erhalten, was natürlich wunderschön ist, aber am Ende hatte ich feuchte Äuglein weil ich dann doch Deutschland leicht vermisse. Ich will nicht zurück, Argentinien ist unglaublich, aber Deutschland ist nun mal meine Heimat. Und dann folgte noch eine Karte von Isa aus den USA, das gleiche in grün. Ich hab mich einfach nicht gut gefühlt.
Gegen fünf bin ich dann zum Haus von Luis, einem Freund. Ich hatte ihn schon vorsorglich gefragt ob ich denn um fünf kommen sollte oder lieber erst um halb sechs (die argentinische Verspätung wohlwislich eingeplant). Doch er hat mir versichert fünf wäre gut, er wäre einer der wenigen unpünktlichen Argentinier und wir würden dann eben gemeinsam warten. Die anderen kamen auch wirklich erst um halb sechs. xD Also haben wir dann gemeinsam Mate getrunken und Facturas gegessen und uns unterhalten. Und aufeinmal ging es mir wieder gut. "Wenn Freunde aus einem schlechten tag, einen guten Tag machen." Das fiel mir ganz spontan ein. Denn es stimmt.
Gegen acht hat mich dann eine Freundin (respektive ihre Auto fahrende Mutter xD) noch nach Hause gebracht, es regnete mittlerweile in Strömen und meine Pläne nach Hause zu laufen hatte ich dann recht schnell wieder verworfen.
Kaum an der Haustür des trauten Heims angelangt (in meinem Kopf hatte ich die Vorstellung eines warmen Toasts mit Dulce de leche) kamen mir meine Mama, ein sehr guter Freund von ihr (sein Name ist george ich war schon mal in seinem Haus und er spricht hartnäckig Englisch mit mir um sich zu üben, ich antworte einfach hartnäckig in Spanisch um mich zu üben xD) und Vicky entgegen, fragten mich etwas in Spanisch, meinten dann aber einfach "veni" und haben mich zum Auto geschleppt. xD Im Auto wurde mir dann erklärt dass es zu einer Modenshow zu Ehren des Geburtstages unserer geliebten Stadt ginge. Sie hätten keine Ahnung was sie zu erwarten hätten aber es würde schon lustig werden.
Das war es dann eigentlich auch. Die Mode war extra für den Geburtstag entworfen und war deshalb eine einheimische-Ureinwohner Kollektion. Mit viel Wolle. Etwas speziell aber nicht schlecht. Die Models waren größtenteils auf der Straße gecastet, was jetzt kein Problem war, aber dazu führte dass ich mich vor Lachen weggeschmissen habe, als ein wirklich demotivierter Jugendlicher mit einem nicht sehr erfreuten Gesichtsausdruck und hängenden Schultern über den Laufsteg schlurfte. xD
Ein Fest für die Sinne. xD
Um halb zehn war dann auch das letzte Wollkleid präsentiert worden, sodass wir uns wieder nach Hause aufgemacht haben. Dort erwartete die hungrige There eine erneute tarta, diesmal mit Mais und Gemüse. Lecker Schmecker. xD
So langsam drehen sich die Verhältnisse, während ich anfangs noch eindeutig die erste war, die ins Bett gegangen ist, tendiere ich mittlerweile zur letzten. Man gewöhnt sich eben an alles. Und ein Gespräch mit meiner allerliebsten Mara will ich doch nicht missen. =) :-*
Allerbeste Grüße an alle, diesmal ganz besonders an meine wunderbare Omi, meine wunderbaren Eltern, meinen tollen Brudi (dem man einfach alles erzählen kann xD), an meine Lieblingstante mit meiner Lieblingscousine, meinen Patenonkel und seine Familie und überhaupt an alle die meinen Blog so lieb und treu verfolgen. =)

Dienstag, 19. Oktober 2010

Und noch ein Feiertag

Ich hab mich jetzt dazu durchgerungen wieder etwas zu schreiben. =) Mein Problem ist nämlich dass sich für mich so vieles schon normalisiert hat, dass ich nicht mehr den unglaublich großen Drang habe es zu erzählen. Aber dann denke ich an all diejenigen, die den blog lesen und ich reiße mich zusammen und schreib ein paar Zeilen. =)
Das Wochenende war wirklich unglaublich toll, das beste bisher. Der Samstag war sehr schön warm, satte dreißig Grad, allerdings mit Wind, sodass es gegen Abend doch frisch wurde. Alllerdings konnte man sich gut in Bikinioberteil und kurzer Hose im Innenhof sonnen. Was dann auch die gesamte weibliche Belegschaft gemacht hat. Guille war am Starnd, kitesurfen. Später am Tag bin ich dann mit meiner abuela, meiner mama und meinen Schwestern in das schöne Städtchen Gaiman gefahren, dass zwar sehr klein und ruhig aber wirklich malerisch ist. Gaiman ist ürbigens eine walisische Stadt. Und mir gefiel sie wirklich gut, weil sie eine kleine grüne oase mitten in der Wüste ist. Auf dem Weg dorthin sind wir sogar durch ein bisschen Wald und an Wiesen vorbeigefahren. Das alles vor der Kulisse einiger Hügel, dem strahlend blauen argentinischen Himmel und der freundlich scheinenden Sonne: wundervoll!
Am Abend war ich dann auf  dem 17. Geburtstag einer meiner besten Freundinnen hier. Zuerst trifft man sich im Haus und feiert im Quincho (einer Art Garage, die fast jedes Hasu hier besitzt, in der Asado-Ofen und ein großer Tisch stehen). Und natürlich haben wir um zwölf alle ein Ständchen geschmettert. Dann wurde noch fleißig zu Cumbia und Reggaeton getanzt, bisher schlug jeder Versuch hier elektronische Musik zu etablieren fehl. Ich werde gefragt was man in Deutschland spielt, ich spiele was vor und nach dreißig Sekunden dröhnt wieder Cumbia durch das Gemäuer. xD So geht das immer. xD Denn nur wenige hier können etwas mit der europäischen Musik anfangen.
Was soll et, pfleg ich da zu sagen.
Um halb drei ging es dann in versammelter Runde in die Disko. Das war mal wieder super, ich bin einfach im richtigen Land für mich. =) Es war einfach nur toll. Vor allem weil ich mit allen schon vertrauter bin, man kennt sich schon besser, ich kann schon besser sprechen, was natürlich gut für eine Unterhaltung ist und ich hab mich wirklich wie unter Freunden gefühlt. So in eine Gruppe integriert zu sein und das nur nach knapp zwei Monaten ist schon großartig. =)
Ich bin dan "wie immer" um sechs Uhr nach Hause gekommen, diesmal war es aber schon hell was in zweierlei Hinsicht toll war: Erstens bin ich bisher noch nie im Hellen nach Hause gekommen und zweitens war es ein erneuter Beweis wie weit der Frühling schon vorangeschritten ist, dass die Tage immer länger werden.
Der Sonntag war "Dia de la madre"; der Muttertag. Ich habe mich extra nach sechs Stunden Schlaf aufgerappelt, weil der Muttertag hier sehr wichtig ist und deshalb ein Teil meiner Familie zu Besuch kam. Ich habe so viele Empanadas (selbstgemacht von meiner allerliebsten abuela) gegessen, dass ich mich am Ende selbst wie eine gefühlt habe. xD Und dann gabs auch noch Torte...Ich lag völlig fertig und vollgegessen auf der Couch. Nur damit ihr seht dass Essen Arbeit ist. xD Am Abend habe ich dann noch zwei Stunden mit meinem Brüderlein im fernen Afrika telefoniert und bin dann schon zeitig in die Heia gegangen.
Der Montag war diesmal sehr anstrengend, ich hatte erst eine STunde Training bei meinem kubanischen Meistertrainer und danach noch Sportunterricht. Ein Fest. Vor allem wenn man nochmal anfangen soll sich zu bewegen wenn man schon einmal kalt geworden ist und eigentlich bereit für die Dusche wäre.
Abends war dann wieder Rotary, diesmal waren wir nur sehr wenige (zehn) und deshalb war die Versammlung mehr eine große lustige Unterhaltung. Und es gab Pizza in allen Formen und Farben und zum Nachtisch warme, mit Dulce de Leche gefüllte Pancakes. Mjamm schleck schmatz.
Gut dass ich trainiere. xD
Obwohl mir der Gedanke kam, dass es eigentlich erst mal wurscht ist, ich muss das hier genießen und dazu zählt nun mal auch das Essen. =) Solange ich nicht zur so einer dicken, "walkenden" und armen Joggern den Weg versperrenden Mattka werde ist doch alles gut. (Walker habe ich ihr übrigens zwar gesehen, aber keine der Marke "dicke Schnecke geht spazieren"- ein Paradies xD)
Um halb zwölf war ich dann wieder zu Hause, aber ich habe noch anderthalb Stunden mit meiner so tollen Freundin Isa telefoniert, die momentan einen Schüleraustasusch in den USA macht geschrieben und war dem entsprechend später im Bett. Aber was solls, sie ist das wert. =)
Und ich hatte heute die ersten drei Stunden Ausfall. Auch nicht schlecht. Heute habe ich noch ein Pläuschchen mit meinen daheim gebliebenen Eltern gehalten, dann bin ich wieder zur Leichtathletik, was bei 30 Grad, einer leichten Brise, Sonne und dem blauen Himmel einfach nur super war! Und das wirklich ganz ironiefrei. Ein wunderschöner Tag für Sport.
Morgen ist mal wieder frei, denn am 20. Oktober ist der Geburtstag der Stadt Trelew. Also schön ausschlafen und vielleicht zum Strand fahren. Die Argentinier haben wirklich eine ausgefeilte Strategie um der Arbeit und der Schule fernzubleiben. Am besten ist ja das: am 13. Dezember gibt es einen erneuten Feiertag. Und warum? Weil an diesem seligen Tag das Öl vor der argentinischen Küste entdeckt wurde. Als man mir das erzählt hat konnte ich mich wirklich nur mühsam beherrschen. xD Das heißt: am Ende konnte ich es nicht mehr. =)
So das waren erstmal wieder ein paar Informatiönchen, ganz liebe Grüße nach überall in der Welt